Da die Medien und die Politik anscheinend unbedingt Ergebnisse und Ursachen für die Amokläufe finden wollen, kann es ihnen gar nicht schnell genug gehen. Dies führt sogar zu Falschmeldungen, die nicht überprüft wurde und wieder zurückgerufen werden mussten. Wie z.B. der angebliche Eintrag in einem Internet Forum.
Aber auch “Killerspiele” werden schnell als Sündenbock auf den PCs der Jugendlichen gefunden. Dabei gibt es viele Faktoren, wie ein gestörtes Umfeld, die einen Amoklauf verursachen.
Alles was ich schreibe gilt all denen, die den Medien glaube und sich kein neues Urteil bilden wollen (können).
Wenn alle Spielfilme, in denen es um Gewalt geht verboten werden sollten, wie würdet ihr reagieren? Ich denke, dass es heutzutage für manchen Jugendlichen normaler ist am PC zu sitzen und solche Spiele zu spielen, als überhaupt nicht am PC zu sitzen.
Aber was bleibt einem, wenn man nicht nachprüfen kann, was jetzt stimmt oder nicht? Man denkt sich was die Medien berichten muss auch stimmten. Zu diesem Thema habe ich hier ein interessantes Video gefunden.
Falls irgendjemand meine Meinung wiederlegen will und mit dem was ich schreibe nicht zufrieden sein sollte. Beweist es mir! Hinterlasst einen Kommentar. Denn ich bin in der festen Überzeugung, dass NIEMAND nur wegen diesen Spielen gewalttätig wird.

Ich bin weder Pädagoge, noch Verhaltensforscher, also maße ich mir nicht an, eine sachlich begründete Auswirkung dieser Spiele auf Jugendliche bezeugen zu können.
Ich bin jedoch der Meinung, dass die öffentlichen Medien, aus kommerziellen Interessen, zu einseitig berichten. Nach jedem Amoklauf werden dieselben Experten befragt, dieselben Berichte gedreht und gezeigt. Das ganze erinnert mich ein bisschen an die damalige Neujahrsansprache von Helmut Kohl. Aus versehen wurde die Ansprache vom Vorjahr ausgestrahlt und keiner hat’s gemerkt. Warum? An der Lage der Nation hat sich nichts geändert und zugehört hat sowieso niemand.
Ob Gewaltspiele sich nun auf die Gewaltbereitschaft auswirken oder nicht, es gibt sicherlich auch andere Ursachen für die immer wachsende Gewaltbereitschaft.
Ich glaube schon dass Fernseher und Computer in den Kinderzimmern einen maßgeblichen Anteil daran haben. Aber wohl eher weil ein Großteil der Freizeit vor der Kiste verbracht wird, statt dass man sich in der Familie oder im Freundeskreis mit den eigenen Problemen, oder denen der anderen auseinander setzt.
Der Sohn zockt im Kinderzimmer, Mama schaut GZSZ und Pappa zockt am PC im Arbeitszimmer? Nur eine gemeinsame Unterhaltung, die fehlt. Die Familien und Freunde entfremden sich immer weiter voneinander. Keiner weiss, wie es dem anderen so geht.
Hinzu kommen Frust in der Schule oder am Arbeitsplatz, weil der allgemeine “gute Ton” in unserer Gesellschaft nicht mehr stimmt. Was zählt ist der Konkurenzkampf, besser zu sein als der andere, um gut durch die Schule und durch die Arbeitswelt zu kommen.
In einer Welt voller Egoisten gibt es keine Möglichkeit den angestauten Frust irgendwo wieder abzulassen. Die Folge, hin und wieder rastet einer aus und läuft Amok. Und alles beginnt von Vorne. Die Presse läuft auf dem Schulhof auf, interviewt die geschockten Teenies. Wo hat der Jung die Waffe her, was hat er so im Internet geblockt, was hatte er an Videos auf dem Handy, spielt er Ego-Shooter…. ist doch scheißegal. Die Eltern haben von möglichen Anzeichen auf die drohende Schreckenstat nicht’s mitbekommen! Warum? Weil sie ihr Kind gar nicht kennen.
Aber auch hierfür hat unsere Medienlandschaft ein neues Rezept. Mit der Supernanny oder ausgeflippten “Jung-Asozialen” in Schlimme-Kinder-Sommercamps, lässt sich ja offensichtlich Geld verdienen.
Überhaupt kennt der Voyeurismus keine Grenzen mehr. Da werden Frauen getauscht und jedem Zuschauer in Talkshows die intimsten Geheimnisse offenbart. Und Quartalsmäßig blamieren sich die dümmsten der Gesellschaft in dubiosen Castingshows und der Rest der Nation lacht sich schlapp.
Wie sollen Jugendliche die richtigen “Werte” kennenlernen, wenn Eltern es nicht tun, Lehrer überfordert sind und andere im Fernsehen oder im Internet zu verspotten.
Mal davon ganz abgesehen, zuletzt ging die Diskussion darum, ob es in privat Haushalten überhaupt Waffen geben darf. Es wurde mit Sportschützen darüber diskutiert, ob die Waffen nicht lieber im Vereinshaus aufbewahrt werden müssen.
Die Frage ist doch vielmehr, aus welchem Grund werden überhaupt Waffen an Privatleute verkauft, egal ob Sammler oder Sportler. Wenn’s nur darum ginge, zu beweisen dass man besser als andere auf eine Zielscheibe schießen kann, dass ließe sich auch mit einem Laserstrahl und einem Sensor bewerkstelligen.
Jede verkaufte Waffe, kann potentiell auch einen Menschen töten oder verletzen. Das gleiche gilt im übrigen auch für jede Flasche Schnaps und jede Schachtel Zigaretten, für jedes Auto und jeden Gullideckel.
Aber, die Frage nach den Waffen hat auch ein Michael Moore, nach dem Columbine Massaker, gestellt. Er kam unter anderem zu dem Ergebnis, dass in Kanada mglw. genauso viele Waffen im Umlauf sind, wie in den USA, trotzdem aber aber nicht annähernd so viele Menschen Opfer von Gewalt werden wie im Nachbarland.
Meine Schlussfolgerung daraus ist, ein Verbot von Killerspielen, Waffen etc. bringt wahrscheinlich viel weniger, als der wirklich ernsthafte Versuch, gegen alle wirtschaftlichen Interessen, die Gesellschaft wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Perspektiven für jederman zu schaffen und die Bevölkerung dahin zu erziehen, dass der verantwortungsbewusste und tolerante Umgang mit Jederman das vielleicht wichtigste Gut überhaupt ist.
Von: tomblues am 24/05/2009
um 23:37